Zwölf Stück stehen im System. Sieben liegen im Regal. Der Kommissionierer steht davor, zählt nach, zählt noch einmal, und ruft dann im Büro an. Diese Szene kennt jeder, der ein Lager mit einer Warenwirtschaft führt, und sie hat fast nie eine spektakuläre Ursache.
Meistens war die Ware längst da, nur gebucht wurde sie noch nicht. Oder jemand hat eine Palette umgestellt, weil vorne kein Platz mehr war, und der Zettel dazu liegt noch in der Jackentasche. Der Bestand in Sage ist dann kein falscher Wert. Er ist ein alter.
Ein Handscanner ändert daran nichts durch Magie. Er ändert den Ort, an dem die Buchung entsteht: nicht am Schreibtisch, sondern am Regal. Dieser Artikel geht die drei Wege durch, die ein Lager überhaupt kennt, zeigt die Stellen, an denen eine App im Betrieb durchfällt, und nennt die Voraussetzungen. Die Beispiele stammen aus TC Logistik 2026, unserer Scanner-App für Sage 100.
Der Zettel ist nicht das Problem, die Verzögerung ist es
Papier funktioniert im Lager erstaunlich gut. Es geht nicht aus, es braucht kein WLAN, und niemand muss dafür geschult werden. Der Bruch kommt danach.
Zwischen der Anlieferung und der Buchung liegen je nach Betrieb Stunden oder Tage. In dieser Zeit ist die Ware physisch verfügbar, im System aber nicht. Der Vertrieb sagt einem Kunden ab, obwohl drei Paletten im Wareneingang stehen. Umgekehrt genauso: Kommissioniert wurde gestern, gebucht wird heute Nachmittag, und dazwischen verkauft jemand denselben Artikel ein zweites Mal.
Dazu kommt der stille Anteil. Umlagerungen werden am seltensten aufgeschrieben, weil sie sich nicht wie eine Buchung anfühlen. Die Ware bleibt ja im Haus. Genau daraus entsteht später der Satz, den keiner hören will: „Der Bestand stimmt, wir finden ihn nur nicht.“
Drei Wege, ein Lager
Rein, raus, umräumen. Mehr passiert im Lager nicht, jedenfalls nicht auf der Ebene, die Sage interessiert. Jeder dieser Wege ist in der App eine eigene Maske, und jede Buchung geht sofort weiter an die Warenwirtschaft.
Der Weg der Ware
Auf einen Weg klicken: was dabei in Sage entsteht, und worauf es beim Scannen ankommt.
Welche dieser Wege Sie brauchen, hängt vom Betrieb ab. Ein Handelslager ohne eigene Fertigung kommt oft mit Wareneingang und Kommissionierung aus. Wer viel intern bewegt, merkt schnell, dass die Umlagerung der Punkt ist, an dem die Bestandsgenauigkeit tatsächlich kippt. Freigeschaltet wird je Modul, und was ein Gerät nicht braucht, taucht im Menü gar nicht erst auf.
Rot, gelb, grün, fertig
In der Positionsliste eines Auftrags trägt jede Zeile einen farbigen Balken auf der Restmenge. Rot heißt: hier ist noch nichts passiert. Gelb heißt: teilweise gepackt. Grün heißt: erledigt. Wer die Liste mit Handschuhen und schrägem Licht vor sich hat, liest diese drei Farben schneller als jede Zahl.

Teilmengen sind dabei der Normalfall, nicht die Ausnahme. Was heute nicht vollständig gepackt werden kann, bleibt offen und lässt sich später nachliefern. Der Auftrag bleibt so lange in der Kopfzeile stehen, bis der Packer ihn verlässt.
Geprüft wird vorher
Der wichtigste Unterschied zur Nacherfassung ist unscheinbar: Die App lässt bestimmte Eingaben gar nicht erst zu, statt sie später zu korrigieren.
Mehr als bestellt geht im Wareneingang nicht. Mehr als vorhanden geht bei der Kommissionierung nicht, und angezeigt wird dabei nicht der Gesamtbestand des Artikels, sondern das, was an diesem Lagerplatz tatsächlich liegt. Bei chargenpflichtigen Artikeln ist es der Bestand dieser Charge. Zielplatz gleich Quellplatz weist die Umlagerung ab. In allen drei Fällen fällt der Fehler auf, bevor der Karton aufgeschnitten ist.

Und wenn Sage doch ablehnt, etwa weil ein Beleg gesperrt ist, steht der Grund auf dem Display. Am Regal, nicht zwei Tage später in einer Fehlerliste, die niemand liest.
Dieselbe Frage von zwei Seiten
Zwei Werkzeuge in der App buchen überhaupt nichts, und sie werden im Alltag am häufigsten benutzt. Wer eine Palette vor sich hat und wissen will, was das ist, scannt den Lagerplatz und bekommt alles, was dort liegt. Wer einen Artikel sucht, scannt den Artikel und sieht den Gesamtbestand und jeden Platz einzeln.
Bei chargenpflichtigen Artikeln steht in der Zeile zusätzlich, welche Chargen dort liegen. Ein leerer Platz sagt das ausdrücklich, statt eine leere Liste zu zeigen, und eine unbekannte Nummer quittiert der Scanner mit dem Fehlerton. Dazu kommt der Etikettendruck ohne Buchung, für Artikel und für Lagerplätze. Der Drucker hängt dabei am Server, nicht am Scanner.
Kleinigkeiten, die im Lager den Ausschlag geben
Der Scan findet die Zeile. In jeder Positionsliste springt der Artikelscan direkt in die passende Position, statt dass jemand scrollt und tippt. Gesucht wird dabei auch in der EAN, was bei Handelsware den Unterschied macht.
Man hört, ob es gepasst hat. Kurzer Ton heißt erkannt, langer tiefer heißt daneben. Bei zweihundert Positionen am Tag schaut niemand nach jedem Scan aufs Display, und die Lautstärke lässt sich an die Halle anpassen.
Alles geht auch von Hand. Beleg, Artikel und Lagerplatz lassen sich eintippen. Ein zerkratztes Etikett oder ein defektes Scanmodul kostet dann Sekunden statt einer Schicht.
Die Bestellnummer muss nicht bekannt sein. Liegt eine Lieferung ohne brauchbaren Beleg auf der Rampe, führt der Weg über das Projekt oder über den Artikel. Die App zeigt alle offenen Bestellpositionen dazu, und ab da läuft die Erfassung wie immer.
Wer gebucht hat, steht in Sage
Jeder Scanner meldet sich mit einer eigenen Sage-Kennung an. Mandant, Benutzer und Passwort liegen im Gerät, das Passwort im verschlüsselten Speicher. In der Warenwirtschaft ist dadurch nachvollziehbar, von welchem Arbeitsplatz eine Buchung kam.
Stimmen die Zugangsdaten nicht, wird die Buchung abgewiesen. Die App weicht nicht heimlich auf ein Sammelkonto aus, damit es irgendwie weitergeht. Bleiben die Felder absichtlich leer, bucht der AppServer unter seinem eigenen Dienstkonto, und auch das ist dann eine eindeutige Spur.
Was Sie dafür brauchen
Die App ist das Vorderende Ihrer Warenwirtschaft, kein zweites Lagersystem. Sie führt keine eigenen Bestände und rechnet nichts nach. Drei Dinge müssen vorhanden sein.
- Sage 100 in Version 9.0. Dort entstehen die Belege, über die Beleg- und Lagerengine von Sage. Wareneingangsbelege, Lieferscheine und Umlagerungen laufen denselben Weg wie eine Erfassung am PC.
- Third-Party-Lizenz von Sage. Ohne sie darf keine Fremdanwendung auf die Sage-Daten zugreifen. Der Posten fällt nicht bei uns an, sondern bei Sage, und gehört trotzdem von Anfang an in die Kalkulation.
- Den TC AppServer im Firmennetz. Die App spricht nie direkt mit Sage. Jede Buchung, jede Bestandsabfrage und jeder Etikettendruck läuft über ihn.
Auf der Geräteseite reicht Android ab Version 6.0, getestet ist die App auf dem Zebra TC21 mit Android 11. Barcodes kommen über DataWedge herein, gelesen werden Artikelnummer und EAN. Ein robustes Gerät ist im Lager sinnvoll, aus Gründen der Haltbarkeit, nicht der Kompatibilität.
Es gibt einen Build für alle Kunden. Welche Module freigeschaltet sind, wie viele Scanner laufen dürfen und ob kundenspezifische Masken erscheinen, steht in der Lizenzdatei des AppServers. Nach der Installation läuft eine Testphase von 14 Tagen mit vollem Funktionsumfang, und die Fußzeile zeigt jederzeit, woran man gerade ist.
Häufige Fragen
Brauche ich für Scanner im Lager eine Sonderversion von Sage 100?
Nein. Vorausgesetzt sind Sage 100 in Version 9.0 und eine Third-Party-Lizenz von Sage, die einer Fremdanwendung den Zugriff erlaubt. Die App selbst gibt es als einen Build für alle; Module, Kundenvariante und Gerätezahl stehen in der Lizenzdatei des AppServers.
Was passiert, wenn mehr geliefert wurde als bestellt?
Der Wareneingang lässt mehr als die offene Bestellmenge nicht zu. Vorbelegt ist ohnehin die offene Menge samt dem Lagerplatz aus der Bestellung. Abweichungen klären Sie damit an der Rampe und nicht später über eine Korrekturbuchung.
Wie werden chargenpflichtige Artikel im Lager gebucht?
Bei der Kommissionierung werden Chargen entnommen, nicht neu erfasst. Die Maske zeigt, was am jeweiligen Lagerplatz tatsächlich liegt, und mehr lässt sie nicht zu. In der Bestandsauskunft steht zusätzlich in der Zeile, welche Chargen an einem Platz liegen.
Kann ich eine Lieferung ohne Bestellnummer erfassen?
Ja. Neben der Bestellung selbst führen zwei weitere Wege in den Wareneingang: die Suche über das Projekt und die Suche über den Artikel. Beide zeigen alle offenen Bestellpositionen dazu, aus denen Sie die richtige auswählen.
Was ist ein Transferlager und wann brauche ich es?
Es ist der Zwischenschritt für Umlagerungen, die nicht in einem Zug passieren. Ware wird zuerst vom Quellplatz auf das Transferlager gebucht und später von dort auf den Zielplatz. Für den direkten Weg von Platz zu Platz brauchen Sie es nicht; welche Richtung ein Gerät anbietet, wird einmal eingestellt.
Funktioniert der Scanner ohne Netz im Lager?
Gebucht wird online. Der Scanner spricht über WLAN mit dem AppServer im Firmennetz, der die Buchung an Sage weitergibt. Wo die Ausleuchtung zwischen hohen Regalen Lücken hat, klären Sie das besser vor dem Projekt als danach.
Worauf es hinausläuft
Bestandsgenauigkeit ist kein Ergebnis von Sorgfalt, sondern von Gewohnheit. Wenn die Buchung dort entsteht, wo die Ware angefasst wird, hört das Nacherfassen von selbst auf. Wenn sie im Büro entsteht, hilft auch die dritte Ermahnung nicht.
Fangen Sie deshalb nicht mit der Technik an, sondern mit der Frage, an welcher der drei Stellen bei Ihnen die Differenzen entstehen. Bei den meisten ist es der Wareneingang oder die stillen Umlagerungen. Ein Modul reicht für den Anfang, die anderen lassen sich später dazuschalten, ohne dass etwas neu gebaut werden muss.
Wo entstehen Ihre Bestandsdifferenzen?
Wir sind Sage Tech Partner und bauen seit Jahren Scanner-Anwendungen für Sage 100. Im ersten Gespräch schauen wir uns Ihre Lagerstruktur an und klären, welches Modul den größten Unterschied macht. Danach läuft eine Testphase von 14 Tagen mit vollem Funktionsumfang, mit Ihren Artikeln und Ihren Lagerplätzen.
Gespräch vereinbarenPassend dazu: unsere Android-Apps für Logistik und Produktion, die TC Logistik App und der Beitrag Betriebsdatenerfassung für Sage 100.
Fachliche Verantwortung
Frank Rose, Geschäftsführer der TerraCom GmbH. Zertifizierter KI-Spezialist (TÜV®) und Datenschutzbeauftragter (TÜV®) gemäß DSGVO und BDSG, beides geprüft von der TÜV NORD CERT GmbH. Seit über 25 Jahren baut TerraCom Schnittstellen, ERP-Lösungen und KI-Anwendungen für den Mittelstand.
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